Observe – Ein Überblick

Observe geht auf die Ideen der Stadt- und Architekturkritikerin Jane Jacobs zurück. Sie setzte sich dafür ein, Städte aus der Perspektive der Menschen zu denken, die sie täglich nutzen. Mit ihrem Werk The Death and Life of Great American Cities (1961) veränderte sie grundlegend den Blick auf Städte. Sie stellte lebendige Nachbarschaften, Mischnutzung, fußgängerfreundliche Straßen und den Erhalt gewachsener Quartiere in den Mittelpunkt. Aus ihrem Ansatz entstanden weltweit die sogenannten Jane’s Walk – Stadtspaziergänge, die Nachbarschaften aus Sicht ihrer Bewohner:innen zeigen. Heute finden sie in rund 200 Städten weltweit statt.

2023 entwickelte Alice van Scoter für den Mannheimer Quartiermanagement e.V. das Projekt Observe. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass die Perspektiven von Mädchen und jungen Frauen auf den öffentlichen Raum oft unbeachtet bleiben, obwohl sie ihren Stadtteil häufig anders erleben. 

Gemeinsam mit Mädchen und jungen Frauen wurden die ersten Quartiere des Mannheimer Quartiermanagement e.V. in Projektwochen erkundet und in einem öffentlichen Jane’s Walk präsentiert. Schnell zeigte sich: Bedürfnisse nach Sicherheit, Rückzug, Zugehörigkeit und Aufenthaltsorten werden selten gezielt mit Mädchen besprochen oder in Planungen berücksichtigt.

Im Projekt FutuRaum Mannheim setzte Alice van Scoter weitere Observe Projektwochen im Auftrag des Mannheimer Quartiermanagement e.V. um. Nach sechs erfolgreichen Umsetzungen in Mannheimer Stadtteilen war Observe zunächst abgeschlossen. 

Als Herzensprojekt wurde es jedoch von Alice van Scoter in Zusammenarbeit mit dem Verein Social meets Culture weiter gedacht und weiterentwickelt. Ziel war es über die strukturelle Wirkung hinaus auch ganz gezielt Mädchen zu empowern.  In Kooperation mit der Hochschule RheinMain wurde die individuelle Wirkungsebene von Observe wissenschaftlich evaluiert und 2025 mit dem Hidden Movers Award der Deloitte Stiftung ausgezeichnet. Es zeigte sich, um Mädchen zu empowern und Entwicklung zu ermöglichen ist die Schule als Ort der Umsetzung am geeignetsten.

Heute verbindet Observe die individuelle Stärkung von Mädchen mit struktureller Veränderung. Das Projekt wurde zu einem nachhaltigen kultur-iterativen Bildungs- und Beteiligungsformat weiterentwickelt, das als AG an Schulen sowie in Kooperation mit Jugendhäusern umgesetzt wird. Mädchen werden darin ermutigt, ihre Lebensrealität bewusst wahrzunehmen, ihre Bedürfnisse zu formulieren und ihre Perspektiven aktiv einzubringen.

Observe arbeitet auf zwei Ebenen: individuell durch Empowerment, Selbstwirksamkeit und Safe Spaces – strukturell durch die Sichtbarmachung von Mädchenperspektiven für Schule, Stadtentwicklung und Verwaltung. Ziel ist es, Mädchen nicht nur zu stärken, sondern ihre Erfahrungen dauerhaft in gesellschaftliche und kommunale Prozesse einzubringen.

Das neue Konzept sowie Evaluationen und Ergebnisse sind auf der separaten Observe-Homepage zu finden:

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